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Luna Okay, ab hier übernehme ich dann mal, bevor Phalène für komplette Verwirrung sorgt und  keiner mehr folgen kann. Die armen Leser verlieren ja total den Überblick, wenn hier  wasserfallartig alles auf einmal erzählt wird. Dabei wurden wir noch nicht mal richtig  vorgestellt!  Zum Beispiel hat die liebe Phalène bis jetzt mit keiner Silbe erwähnt, dass wir Whippets sind.  Ich für mein Teil finde das ja schon wichtig! Also, Phalène und ich sind Whippets. Für alle,  denen das nicht so viel sagt: Das sind mittelgroße Windhunde, die, so meinen die meisten  namhaften Experten, als eigenständige Rasse ihren Ursprung in Großbritannien haben. In  vielen guten Hundebüchern werden wir mittlerweile ganz treffend beschrieben. Wer also  Näheres über den Whippet im Allgemeinen und Besonderen erfahren möchte, dem sei es  unbenommen ein wenig zu recherchieren.  Phalène ist zwar jünger als ich, aber mit ihren 46 Zentimetern Schulterhöhe bestimmt zwei  oder drei Zentimeter größer als ich, und sie hat auch die längeren Beine – was wirklich  ungerecht ist, denn damit kann sie auch einen Tick schneller rennen als ich! Und mehr  Muskeln hat sie auch; das liegt aber einfach daran, dass sie sich viel mehr bewegt als ich,  auch auf den Spaziergängen. Während ich fast immer in einen elegant-gemütlichen Trab falle,  bleibt sie irgendwo abrupt stehen, wittert und schnuppert, und wenn sie dann feststellt dass  wir schon fünfzehn, zwanzig Meter weiter sind, sprintet sie los, dass unter ihr die Erde nur so  spritzt und sie nicht mal in der Lage ist, auf unserer Höhe vernünftig zu bremsen. Unglaublich.  Wie kann man nur so verschwenderisch mit seiner Energie umgehen? Mir käme das im Leben  nicht in den Sinn.  Dafür hat Phalène auch von morgens bis abends Hunger. Wirklich nervig. Wie kann man  ständig an Fressen denken?! Ich lasse manchmal selbst die besten Happen stehen, weil mir  der rechte Appetit fehlt. Dafür krebse ich leider an der 10-Kilo-Marke rum, na ja, eigentlich  sogar etwas darunter… viel mehr wiegt Phalène allerdings auch nicht; elf Kilo vielleicht, und  das auch nur mit vollem Magen. Viel dran ist also nicht an uns. Das wäre auch schlimm, denn  schließlich sind wir Windhunde, und ich finde, das muss man auf den ersten Blick erkennen  können! Aber Whippets sind ja zum Glück sehr robust, und wir beiden sind eigentlich nie  krank. Und wenn böse Zungen behaupten, wir sähen aus wie Hungerhaken, dann stelle ich  einfach meine Ohren auf Durchzug und trabe elegant weiter.  So weit zu uns. Nun dazu, warum wir eigentlich von uns erzählen.  Auf den ersten Blick sind wir eigentlich nichts anderes als zwei ganz normale Hunde. Ja, ja,  ich weiß, natürlich fallen wir mehr auf als all die anderen »normalen« Hunde, weil wir diese  außergewöhnliche Windhund-Statur haben und weil Vertreter unserer Rasse eher selten zu  sehen sind. Aber darum geht es mir nicht. Was uns von den meisten anderen Hunden  unterscheidet, hat mit Frauchen zu tun, und damit was sie beruflich und privat zusammen mit  uns macht. Und genau davon wollen Phalène und ich ein bisschen berichten – denn das ist  wirklich etwas Besonderes. 

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