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Phalène Luna…? Luna! Luuunaaa!!!  Das war ja klar. Immer schickt sie mich vor bei so etwas. Aber das ist typisch Luna – sie hält  sich edel zurück und lässt mich erst mal checken und regeln. Und wenn alles in Butter ist,  dann kommt sie, als wenn es das Selbstverständlichste der Welt wäre, anscharwenzelt und ist  ganz die Grande Dame – pah. Na ja, egal, ich bin´s ja gewohnt; schließlich leben wie zwei  schon seit einiger Zeit zusammen. Und eigentlich sind wir ein tolles Team, die Luna und ich.  Ach ja: ich bin Phalène. Das ist französisch und heißt »Nachtfalter«. Warum Nachtfalter? –  Weil Luna eben Luna heißt, zu Deutsch Mond. Und Luna war zuerst da. Und mein Name  sollte halt zu ihrem passen. Obwohl zu mir der Name Luna eigentlich viel besser gepasst  hätte: Ich bin nämlich ganz hell cremefarben mit ein paar weißen Abzeichen, also viel mehr  mondfarbig als Luna  die ist sandfarben mit schwarzem Strom.  Wir beide leben mit unserer Familie in einer kleinen Stadt. Für die Zweibeiner, die hier leben,  gibt es eine Menge Geschäfte und Straßen; ganz in der Nähe ist auch so eine mega-breite  Straße, auf der man fast so schnell fahren darf wie ich rennen kann. Zum Glück gibt es aber  auch nur ein paar hundert Meter von unserer Haustür entfernt eine Menge Grün, so dass wir  ordentlich durch Feld, Wald und Wiese traben können, mit ausgiebig schnuppern, anderen  Hunden begegnen und so. Für zwischendurch, also zum Faul-in-der-Sonne-Liegen, Auf-dem-  Rasen-Tollen, oder falls wir mal ganz dringend Pipi müssen oder so, gibt es auch noch ein  kleines Stückchen Grün direkt hinter unserem Haus. Frauchen meint ja, das wäre ein »großer  Garten« von mehreren Hundert Quadratmetern, was immer das auch heißen soll… wie  gesagt: für den Notfall völlig ausreichend. Zum Beispiel wenn es regnet und uns eigentlich  nichts und niemand nach draußen kriegen würde. Aber ansonsten viel zu klein, als dass wir  uns damit zufrieden gäben! Unsere tägliche Runde raus in die Welt muss schon sein, sonst  kribbelt es vor allem mich irgendwann in den Pfoten, und ich werde ganz hibbelig und  zappelig, weil ich mich nicht bewegen kann. Apropos Pfoten: Ich sage euch, ich kann euch  Dinge erzählen…! Aber immer der Reihe nach, das kommt später.  Ansonsten gibt es für mich nichts Schöneres als den lieben langen Tag auf der faulen Haut zu  liegen und Frauchens Sofa zu dekorieren. Bei Luna habe ich sogar manchmal tatsächlich den  Eindruck, sie könnte in ihrem nächsten Leben genauso gut ein Kissen werden, so sehr  beherrscht sie die Kunst, sich zusammenzurollen (oder auch mal lang auszustrecken) und  sich nicht mehr zu rühren – und das stundenlang! Ganz so geduldig bin ich nicht; außerdem  muss ich nach Möglichkeit Frauchen im Blick behalten, wann und wo immer es geht, damit ich  nichts verpasse. Könnte ja sein, dass sie weggeht (blöd, mag ich nicht). Oder sie kommt auf  die Idee mit mir zu spielen (das macht riesigen Spaß). Oder sie vergisst, dass etwas Essbares  in der Küche liegt, und geht raus (klasse – wenn ich schnell genug bin). Passiert aber leider  nur selten.  Eigentlich führen wir beiden, also Luna und ich, ein ganz normales Hundeleben. Zweimal am  Tag bekommen wir etwas zu fressen. Klar gibt es zwischendurch auch mal ein Leckerchen;  aber meist müssen wir dafür irgend etwas tun, Pfote geben zum Beispiel, oder Platz machen,  oder einfach nur stillhalten und warten, bis wir fressen dürfen (einer der übelsten Tricks:  Frauchen legt dir zwei Leckerchen auf deine Pfoten, die Spucke läuft dir schon aus dem Fang,  und du musst warten, bis sie »nimm« sagt!).  Morgens, mittags und oft auch abends traben wir unsere Runden. Dazwischen dösen wir,  schauen was Frauchen so macht, oder stehlen uns in eines der Kinderzimmer, wenn mal die  Tür offen ist. Ich habe eine besondere Vorliebe für alles Weiche, Plüschige, vor allem für diese  Mini-Schneemänner, die da auf den Betten liegen und die gar nicht so kalt sind wie sie  aussehen; es macht einen Riesenspaß, auf deren Möhrennasen herum zu kauen. Allerdings  finden Frauchens Kinder das gar nicht so klasse und passen entsprechend auf. Und wenn ich  doch mal reinkommen darf, dann haben sie mich mächtig im Blick und werfen mich – zack! –  aus dem Zimmer, wenn ich eins ihrer Kuscheltiere anlutsche.  Wo wir gerade dabei sind, kurz ein paar Sätze zur Familie.  Da ist zuallererst Frauchen, unsere Chefin. Was sie sagt, das ist Gesetz. Frauchen ist im  Grunde der Kern unseres Rudels. Sie füttert uns (außer sie ist mal nicht da, was aber so gut  wie nie vorkommt), sie spielt mit uns, sie geht mit uns raus (manchmal auch zum Tierarzt), sie  kuschelt mit uns – und sie macht auch sonst alles mit uns. Zum Beispiel ging sie mit uns lange  Zeit jede Woche in die Hundeschule. Und zu anderen Kursen, zu denen Leute mit Hunden  kamen. Jetzt machen wir das auch noch, aber nicht mehr so regelmäßig.  Dann ist da Frauchens Mann. Den kann man fast immer mit einem treuen Augenaufschlag um  die Pfote wickeln. Ein ganz lieber Kerl.  Und dann sind da die Kinder. Zwei Stück. Seltsame Wesen. Der eine ist riesengroß (wie  Frauchens Mann) und unglaublich dünn (noch dünner als Frauchen, fast so dünn wie wir!).  Der hat nicht so schrecklich viel mit uns am Hut und schmeißt uns meist sofort aus dem  Zimmer, wenn wir kommen. Nur ganz manchmal ist er in Kuschellaune, dann knuddelt er mit  uns. Und ich glaube, auch wenn ich viel mehr an seinen Sachen rumgenagt habe als Luna –  mich mag er besonders, warum auch immer… mir soll´s recht sein.  Die andere ist kleiner (noch etwas kleiner als Frauchen, und die ist schon nicht besonders  groß) und eigentlich eine ganz Süße, aber in letzter Zeit ist sie manchmal arg seltsam drauf.  Ich hab keine Ahnung, warum. Generell hat sie viel mehr Lust als der Große, mal was mit uns  zu machen – und ich muss sagen: dafür dass sie noch so jung ist (nicht mehr wirklich Welpe,  aber auch noch lange nicht ausgewachsen), macht sie das schon echt klasse! Die ist ziemlich  auf Zack und sehr energisch. Aber lieb. Und sie spendiert immer Leckerchen, wenn wir mit ihr  was machen. Und krault toll  mmh!  Im Garten leben noch ein paar Zwerghühner und ein kleiner Hahn. Leider sind sie eingezäunt.  Meist zumindest. Ab und an flattert mal eins der Hühner über den Rand des Geheges in den  Garten, aber obwohl ich ganz vorsichtig bin, will Frauchen nicht, dass ich ihr beim Einfangen  helfe. Dabei bin ich viel schneller und geschickter als sie! Aber nein: Sie holt dann lieber eine  Dose mit Maiskörnern und streut die ins Gehege und öffnet das Törchen, und - schwupp! -  läuft das entwischte Huhn wieder artig rein… langweilig, sage ich euch, schrecklich langweilig!  Und in meinen Augen viel zu umständlich. Aber wen interessiert schon meine Meinung. Das  einzige Positive an der Sache ist, dass Frauchen ab und zu eines der Eier spendiert, die die  Hühner legen (wenn sie denn mal welche legen, und nicht nur damit beschäftigt sind  rumzugackern und ihr Gefieder zu putzen und Körner zu picken!). Und ganz, ganz selten  gibt´s für uns auch frisch gekochtes Fleisch, das in etwa so schmeckt wie ich mir vorstelle,  dass die Hühner schmecken müssten… aber das kann eigentlich nicht sein. Es sind seit Jahr  und Tag gleich viele, keines fehlt. Komisch.  Habe ich etwas vergessen…? Ich glaube nicht.  Oder halt, doch! Raquel, meine und Lunas beste Freundin, und Raquels Herrchen, der beste Freund von Frauchen. Die beiden gehören schon quasi-gewissermaßen mit zur Familie. Wir sehen uns regelmäßig und unternehmen auch oft etwas zusammen. Mit Raquel bin ich ja sozusagen groß geworden, sie ist nämlich fast genauso alt wie ich. Aber ich bin älter! Jawoll! Das ist wichtig – denn so habe ich meist das Sagen, auch wenn Raquel viel größer ist und fast dreimal so viel wiegt wie ich. Glaubt ja nicht, dass mich das irgendwie beeindrucken könnte!

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