© Tölle Buch und Fotokunst
Tölle Buch- und Fotokunst Home Hunde-News Aktuelles Galerie Kontakt Das Fototagebuch
Hamburg 2015 In den Herbstferien – genauer gesagt: am 7. und 8. Oktober – waren wir in Hamburg. Wir heißt in diesem Fall: mein  Mann und ich mit Luna und Phalène. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen habe  ich das Gefühl, es müsste “etwas passieren”, ich müsste  nochmal nachlegen in Sachen Hunde(Erziehung)… Manchmal kaufe ich ein Buch, wie z. B. Wölfisch für  Hundehalter von Günther Bloch oder die Windhunde-Bibel der Eheleute Schritt; manchmal besuche eine  Fortbildung oder ein Seminar – oder Susanne Steffen von StresslessDogs. Ich weiß, dass ich ein Mensch bin, der nur sehr schwer zufriedenzustellen ist – auch und vor allem, wenn es darum  geht, den an mich selbst gestellten Ansprüchen zu genügen! Es ist ja nicht so, als hätte ich Problemhunde; ganz im  Gegenteil. Luna und Phalène sind fantastisch; sie orientieren sich gut an mir und sind sehr zuverlässig. Aber  trotzdem. Mich hatte vor allem Susannes Slogan des #nowordsneeded angesprochen; denn das ist genau mein  Weg, den ich gehen und immer mehr optimieren möchte. Also buchten wir spontan eine Übernachtung in Hamburg  – und ein Intensiv-Coaching bei Susanne! Am Anreisetag starteten wir nachmittags mit einem gemeinsamen Spaziergang. Danach ging es ab aufs  Hotelzimmer, wo wir bis abends quatschten und ich einen ersten Eindruck davon bekam, wie körpernahe  Einwirkungen aussehen und funktionieren. Selbstredend, dass auch gleich die ersten “Übungen am Mann”  stattfanden – jawoll: Nicht immer müssen die Hunde für alles herhalten – man kann auch mit Menschen üben! Das  war schonmal etwas Neues. Und natürlich ging es am folgenden Morgen um genau diese Dinge, die wir abends  nur hatten anreißen können… Spaziergang in unbekanntem Terrain. Feld, Wald, Wiese. Ein paar Menschen, joggend, mit Hund oder auf dem  Pferd. Meine Aufgabe lautete  jetzt “nur” (haha!): Luna und Phalène sollten auf meiner Höhe bleiben und so oft wie  möglich zu mir schauen. Gucken – in Maßen – war erlaubt, aber nicht Stromern, Schnuppern, Markieren. Nach  anfänglichen koordinatorischen Schwierigkeiten, bei denen ich mir mal wieder wie ein absoluter  Bewegungslegastheniker vorkam, konnten wir sogar schon fast Normalgeschwindigkeit aufnehmen – aber was für  eine Anstrengung! Leinen koordinieren, Hunde beobachten und auch im Freilauf im richtigen Moment positiv  verstärken (also fix mit frostigen Fingern Leckerchen aus dem Futterbeutel fischen und nach Möglichkeit nicht  fallen lassen) oder eben körpernah regulieren… das volle Programm wurde über mir ausgeschüttet, und ich sollte  es anwenden. Aber ich hatte es ja genau so gewollt. Das Schlimme war nur: Als meine Aufmerksamkeit anfing  nachzulassen, waren die Hunde “innerlich weg” – krass! Das hatte ich in der Deutlichkeit noch nicht erlebt. Trotzdem gelang es mir nach und nach immer besser, Phalène langfristig auf mich zu fokussieren und meine  geliebte “Pieselmarkeuse” Luna davon abzuhalten, sich viele Meter zurückfallen zu lassen und an jedem dritten  Grashälmchen zu markieren.  Heute, ziemlich genau einen Monat später (was?! ist Hamburg schon wieder so lange her? Wahnsinn…), laufe ich  mit dem Futterdummy in der Hand und belohne wohldosiert; meist “teilen” sich die Mädels eine Mahlzeit, und den  Rest gibts zu Hause. Ich kämpfe allerdings immer noch mit meinem Körper… Seit ich gezielt übe, durch eine  leichte Schulterbewegung einen Seitenwechsel bei den Mädels zu bewirken, reagiert Phalène höchst sensibel; sie  läuft ein Ideechen hinter mir und reagiert auf winzigste Bewegungen. Es reicht, wenn ich die linke Schulter minimal  nach hinten drehe, um zu sehen wo sie ist – schwupps: wechselt sie auf die rechte Seite cool – wenn´s gewollt  wäre… Aber wie immer: Ich bleibe dran!  November 2015 Draußen ist es grau und stürmisch, zwischendurch auch mal unangenehm nass – der Herbst ist da. Wir verkrümeln  uns lieber aufdie Couch. Ich fürchte, die Sache mit dem Futterbeutel ist (noch?) nicht das Nonplusultra ist für mich (hoffentlich hört Jan  Nijboer gerade weg und erst recht die liebe Susanne, die bestimmt weiß, wie sehr ich innerlich kämpfe!!). Aber der  Frust ist einfach zu groß auf Gängenohne Beutel, bei denen Luna und Phalène merklich weniger aufmerksam sind  – und teils sehr sparsam mit ihrem Blickkontakt. Verletzte Eitelkeit…? Vielleicht. Ach, was soll´s. Was wäre ein  Leben ohne Herausforderungen? Die Gunst meiner Mädels will halt verdient werden. Schön, dass der Besuch in Hamburg mich innerlich wieder ein wenig wachgerüttelt hat. Manchmal ist so etwas  wichtig, denn nichts ist schlimmer als innere Trägheit. Lange Zeit hatte ich Spiele unterwegs vermieden, aus  verschiedenen Gründen: Unser Weg führt uns jeden Tag durch Wäldchen und Feldlandschaft; und auch wenn es  nicht mehr so viele sind wie vor ein paar Jahren noch – es gibt sie, die Hasen und Rehe, die unvermittelt aus einer  Ackerfurche aufspritzen oder sich aus dem Unterholz in Bewegung setzen… nicht gut bei Sichtjägern, egal wie  intensiv das Anti-Jagd-Training war. Leckerchensuchspiele sind ebenfalls ziemlich heikel, denn alle paar Monate  werde ich von aufmerksamen Hundebesitzern gewarnt, dass mal wieder jemand Giftköder ausgelegt hat – also  besser nichts vom Boden aufnehmen lassen. Stöckchen werfen ist auch schlecht, zumal Phalène sie selbst  aussucht (meist völlig ungeeignete Exemplare, je dicker desto besser) und anstatt sie zu bringen genüsslich  schreddert. Zu oft hört man von Verletzungen und/oder verschluckten Holzstücken, die Schlimmes anrichten  können. Tja. Klingt nach schrecklich eintönigen Spaziergängen. ABER!! wir haben ja den Futterbeutel. Mit zwei Hunden ist das zwar eine echte Herausforderung – aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.  Denn hier kommt mir der intensivierte Blickkontakt wirklich enorm zuhilfe: Ich werfe, für die Hunde unerwartet, im  Gehen den Beutel zur Seite oder nach hinten. Beide frieren in derselben Sekunde ein, den vermeintlichen  Landepunkt des Beutels fixierend – und dann schauen sie zu mir und “fragen” – yeah! Und ich – o Wunder über  Wunder – kann eines der Mädels anschauen und mit einer Handbewegung einladen, den Beutel zu apportieren –  und das andere Mädel bleibt  – Doppel-yeah-yeah!! Unbeschreiblich, welches Triumphgefühl das ist – vor lauter  Stolz hab ich manchmal das Gefühl, ich müsste platzen…  Bleibt dran, alle da draußen, die ihr eure Hunde liebt – es lohnt sich – jeden Tag!
Hunde-News